neurochirurgie
neurochirurgieDie Neurochirurgie umfasst als medizinisches Fachgebiet die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und (Folgen von) Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems.

Außerdem beschäftigt sie sich mit den entsprechenden Voruntersuchungen, konservativen Behandlungsverfahren und der Rehabilitation.

Das Fach ist eigenständig und wird weder der Chirurgie noch der Neurologie zugeordnet.
Bewertung wird geladen...
Behandlungsspektrum
Eine Operation ist in der Wirbelsäulenchirurgie eher selten als Methode der ersten Wahl indiziert, kann und sollte aber dann in Betracht gezogen werden, wenn
  • Neurologische Ausf√§lle wie L√§hmungen, Gangst√∂rungen, Feinmotorik- oder Sensibilit√§tsst√∂rungen bestehen

  • Schmerzen und Mi√üempfindungen trotz Aussch√∂pfung aller konservativen Ma√ünahmen, wie Krankengymnastik, Physiotherapie, Chirotherapie und/oder Spritzeninfiltrationen, fortbestehen.
Alle Eingriffe werden mikroneurochirurgisch unter Einsatz eines modernen Operationsmikroskops und speziell f√ľr die Wirbels√§ulenchirurgie konzipierter, gewebeschonender Instrumente durchgef√ľhrt.

Grundsätzlich gilt die Maxime: So wenig wie möglich operieren und entfernen, aber so viel wie nötig. Entscheidend sind hierbei nicht die Vielzahl oder der Schweregrad der auf den radiologischen Aufnahmen diagnostizierten Veränderungen, sondern allein die hierdurch hervorgerufenen Beschwerden.

Es wird also nur das operiert, was Ihnen aktuell Probleme bereitet, und niemals all das, was an Nicht-Normalem auf Ihrem CT, MRT oder Röntgenbild zu sehen ist!
Gmail Email Facebook PDF Twitter
Neurochirurgie
Neurochirurgie

Operation in mikroneurochirurgischer Technik mit dem Operationsmikroskop.

√úber einen kleinen Schnitt in der Mittellinie des R√ľckens √ľber der betreffenden Bandscheibe und schl√ľssellochartige Er√∂ffnung des Wirbelkanals wird der vorgefallene Teil der Bandscheibe entfernt.

In aller Regel ist es nicht notwendig, den inneren Kern der Bandscheibe zu entfernen. Somit entf√§llt h√§ufig das fr√ľher nach der Operation √ľbliche Sitzverbot.
Neurochirurgie
Neurochirurgie

√úber einen prinzipiell √§hnlichen Schnitt wie bei der Bandscheibenoperation und ebenfalls unter Zuhilfenahme des Operationsmikroskops wird abnorm verdicktes Knochen- und Bandgewebe, welches die Nervenwurzeln und die R√ľckenmarksfasern einengt, schrittweise entfernt.

In der Regel ist auch bei beidseitig ausgeprägter Symptomatik ein einseitiger Zugang zum Spinalkanal ausreichend, hiermit wird eine beidseitige Muskelablösung vermieden; dies reduziert postoperative Schmerzen erheblich. Durch die sparsame, punktgenaue Abtragung der pathologischen Strukturen (im Gegensatz zur sog. Laminektomie, der Abtragung des gesamten Wirbelbogens) wird eine Instabilität des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts praktisch immer verhindert.
Neurochirurgie
Neurochirurgie

Hier wird fast immer ein Zugang von vorne gewählt.
Dieser ist, im Vergleich zum Zugang √ľber den Nacken, f√ľr den Patienten deutlich weniger schmerzhaft, die Rate an Wundheilungsst√∂rungen ist erheblich niedriger und die meisten Bandscheibenvorf√§lle und Stenosen lassen sich an der Halswirbels√§ule aufgrund des sehr empfindlichen R√ľckenmarks nur von vorne sicher entfernen. Es erfolgt ein quer verlaufender Schnitt von ca. 3-4 cm L√§nge, der immer mit einer kosmetisch ansprechenden, selbstaufl√∂senden und versenkten Naht verschlossen wird.

Auch hier wird mikroneurochirurgisch mit dem Operationsmikroskop operiert. Nach Entfernung des Bandscheibenvorfalles und/oder der kn√∂chernen Vorspr√ľnge muss die entfernte Bandscheibe ersetzt werden; nicht selten wird im selben Schritt auch die urspr√ľngliche H√∂he des erkrankten Bandscheibenfaches und die physiologische Kontur der HWS wiederhergestellt.

Klassischerweise wird dies durch Implantate erreicht, die zu einer kn√∂chernen Fusion der angrenzenden Wirbelk√∂rper f√ľhren. Wir verwenden hier ausschlie√ülich moderne, der nat√ľrlichen Anatomie der HWS angepasste Implantate, sogenannte Cages (engl.: Cage = K√§fig), Kunststoffk√∂rper, die innen hohl sind und so ein kn√∂chernes Durchwachsen erm√∂glichen. Eine zus√§tzliche Verschraubung der Wirbelk√∂rper mit einer vorne aufgebrachten Metallplatte ist nur in den seltensten F√§llen (z.B. bei ausgepr√§gter Instabilit√§t der Wirbels√§ule) erforderlich. Die Cagefusion ist eine hunderttausendfach erprobte und bew√§hrte Methode, die sehr gute Ergebnisse erbringt. Man bezeichnet sie auch als Referenzmethode oder ‚ÄöGoldstandard‚Äô, an dem sich jede neue Methode messen lassen muss.

Eine Bandscheibenprothese bietet hingegen alle Freiheitsgrade der Bewegung und ist somit der nat√ľrlichen Bandscheibe nachempfunden. Sie soll verhindern, dass die angrenzenden gesunden Bandscheiben durch die vermehrte Belastung nach Entfernung einer kranken Bandscheibe Schaden nehmen. Die Indikation zur Implantation einer Prothese ist allerdings eher selten zu stellen; in aller Regel nur dann, wenn krankhafte Ver√§nderungen nur in einem einzigen Bandscheibensegment bestehen.

Letztlich muss die Entscheidung f√ľr oder wider einen bestimmten Implantattyp individuell getroffen werden unter Ber√ľcksichtigung aller medizinisch relevanten Begleitumst√§nde.